PQ Editing

Beim technischen Premastering dreht sich alles um das sogenannte PQ Editing, dem zusammenstellen und programmieren einer Audio CD.

P und Q sind dabei die zwei wichtigsten von insgesamt acht Subcodes (P, Q, R, S, T, U, V, W) die parallel zum eigentlichen Audiomaterial verlaufen und alle Steuerdaten enthalten. Während sich Q um Kopierschutz-FlagEmphasisISRC, UPC und all weiteren Dinge des Inhaltsverzeichnis „Table Of Contence (TOC)“ kümmert, markiert P die einleitende Pause vor einem Song sowie den Titelstart. Insgesamt nimmt der Subcode bis zu 1.4% des verfügbaren Speicherplatzes in Anspruch.

P Code

Den P Code stellen wir uns am besten wie Marker auf einem Timecode vor. Ein P-Marker mit dem Wert Null signalisiert dem CD Player eine Pause, ein Wert von Eins den Titelbeginn. Einfache Brennprogramme verzichten üblicherweise auf eine solche grafische Darstellung und zeigen die Titel mit zugehöriger Pause schlicht in einer Tabelle.

Mastering Pq Marker Timecode Waveburner
P-Marker zwischen zwei Tracks
Mastering Pq Marker Timecode Dsp
PQ in DSP Quattro

Q Code

Die notwendigen Angaben im Q Teil der CD sind ein wenig kreativer Akt und eher eine stupide Verwaltungstätigkeit. Jeder durch den P-Code definierte Track erhält hier seine zugehörigen Informationen.

Kopierschutz

CDs nach Red Book besitzen von Haus aus einen eingebauten Kopierschutz, der allerdings ähnlich effektiv wie das Schild „Rasen betreten verboten“ ist – wer will, kann es einfach ignorieren. So warnt der freundliche CD-Ripper zwar vor dem „urheberrechtlich geschützten“ Material, macht aber munter weiter.

Soll eine CD wirklich sicher sein, müssen die Hersteller zu SecuRom, SafeDisk, Cactus Data Shield, Key2Audio oder anderen Methoden greifen, die erst nach dem Premastering im Presswerk implementiert werden. Dadurch verlieren sie jedoch auch ihre Zulassung als reine Audio CD und dürfen das CD-DA Logo nicht mehr tragen.

Mastering Pq Code Q Logic
Kopierschutz gefällig?
Mastering Pq Code Dsp Logic
Der PQ Code als Liste

Emphasis

Die Emphasis ist ein gut gemeintes Überbleibsel aus der Schallplatten-Ära. Eine automatische Höhenanhebung vor der Aufnahme (Pre-Emphasis) und eine entsprechende Absenkung (De-Emphasis) bei der Wiedergabe soll zu einem bessern Signal-Rausch-Abstand führen.

Was in der Theorie wunderbar funktioniert, wurde in der Praxis jedoch nur selten angewandt. Bis auf wenige Scheiben der 80er Jahre, wie das Dire Straits Album „Alchemy“ oder Pink Floyds „Dark Side“, kommen 99.9% aller CDs ohne dieses Feature aus.

Ein andere Grund die Finger von der Emphasis zu lassen, ist die Unzuverlässigkeit auf der Wiedergabeseite. Wird die CD nicht in einem herkömmlichen CD-Player ausgelesen, der den Subcode nach einem aktiven PE-Flag scannt, kommt es bei Wiedergabe über ein CD-ROM im Rechner oder beim Rippen zu übersteuerten Höhen.

CD Text

Keine CD ohne entsprechenden CD-Text. Dieser gehört zwar nicht unmittelbar zum PQ-Code, sondern in den R bis W Teil, wird aber dennoch beim Mastering von Hand eingetragen. Wird eine Audio-CD als PreMaster erstellt, muss der Brenner CD-Text unterstützen und die entsprechende Option aktiviert sein.

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