Buchhaltung

Es gibt vermutlich nur wenige Menschen, die sich mit Freude auf die buchhalterischen Bereiche einer Geschäftstätigkeit stürzen. Doch wer diese leider notwendige Aufgabe ordentlich und konsequent erledigt, spart sich viel Frust und gewinnt spätestens, wenn die nächste Steuererklärung oder Buchprüfung an die Haustüre klopft.

Einnahmen

Zunächst müssen wir all unsere Einnahmen sammeln und dokumentieren. Als reiner Dienstleister gibt es hier nur wenig spektakuläre Posten, primär die Zahlungen unsere Kunden. Sobald der Betrag aus den Rechnungen überwiesen ist, notieren wir diesen mit Datum, Rechnungsnummer und ausgewiesener Mehrwertsteuer in eine Tabelle. Wer möchte, unterscheidet direkt zwischen Nettobetrag und der reinen Umsatzsteuer als separate Einnahme, da letztere später einzeln abgeführt werden muss.

Weitere mögliche Einnahmen sind, neben dem Verkauf von Handelswaren, beispielsweise Vorsteuerrückzahlung des Finanzamts, die private Nutzung von Betriebsmitteln wie PKW und Telefon oder Ausgleichszahlungen von Versicherungen.

Beispiel für Einnahmen

DatumRNRBeschreibungNettoUSTUST BetragBrutto
14.01.20784296Vocal Recording382,7519%72,72455,44
16.01.20784297Vorlesungen Media University1.030,750%0,001.030,75
25.01.20784298Online Mastering100,0019%19,00119,00
30.07.2078Private PKW Nutzung25,2119%4,7930,00
1.538,6896,511635,19

Ausgaben

Die theoretisch erste Betriebsausgabe ist die Anmeldegebühr für dein Gewerbe. Die etwa 40 Euro werden am Jahresende zusammen mit den anderen Ausgaben gegen die Einnahmen gerechnet und verringern so die Steuerlast, dank gesunkenem Gewinn.

Neben offensichtlichen Ausgaben wie Anschaffungen von Hard- und Software, Büromöbeln, Telefon und Mietgebühren, Werkzeug, Reparaturen, Personalausgaben und laufende Kosten des Kraftfahrzeugs, fallen auch Fortbildungskosten, die an das Finanzamt bereits gezahlten Umsatzsteuerbeträge sowie Abschreibungen darunter.

Beispiel für Ausgaben

DatumBelegBeschreibungNettoVSTVST BetragBrutto
01.01.2078Anmeldung Gewerbe30,000%0,0030,00
01.01.2078214152Tanken KFZ73,2919%13,9387,22
01.01.20785122Buchhaltungssoftware38,0819%7,2345,31
01.01.2078891311Telefonkosten26,2219%4,9531,20
01.01.2078Umsatzsteuer 02/7843,370%0,0043,37
210,9626,14237,10

Kontenrahmen

Allen Posten können wir weiterhin einem Konto, eine Art Sammelcontainer, zuordnen. Handy und Internet wandern in das Konto „Aufwendungen für Telekommunikation“, Tanken gehört in „Laufende Betriebskosten PKW“ und je nach Definition (zum Beispiel Datev SKR 04) lassen sich hunderte andere Kategorien finden um alles ordentlich zu sortieren. Ziel des Spiels ist eine gute Übersichtlichkeit, gerade für das Finanzamt und mit der richtigen Buchhaltungssoftware, eine automatische Zuweisung für die Steuererklärung.

Buchhaltungssoftware

Apropos Buchhaltungssoftware. Je besser dein Geschäft floriert, desto eher solltest du mit einem dieser Tools liebäugeln. Ich selbst habe jahrelang mit Easy Cash & Tax gearbeitet, das als kostenlose Software selbst für nicht BWL Studenten schnell erlernbar ist und dank Plugins alles kann, was der Selbstständige braucht.

Noch besser, jedoch deutlich komplizierter und meist teuer sind professionelle Programme wie Monkey Office, die nach gängigem DATEV-Standard arbeiten. Dies erleichtert den Datenaustausch mit dem Steuerberater, erlaubt Bilanzierungen und weitergehende betriebliche Auswertungen.

Monkey Office
Monkey Office

Aufbewahrungsfristen

Alle Rechnungen, Lieferscheine, Inventarlisten, Jahresabschlüsse und alle anderen kaufmännischen Dokumente, müssen übrigens, gemäß Handelsgesetzbuch, für bis zu zehn Jahre archiviert werden. Neben der digitalen Buchhaltung sind daher Aktenordner und Schuhkartons eine wichtige Investition, um bei Bedarf die Nachweise zu bringen. Wie schon gesagt, eine ordentliche Buchhaltung ist das A und O.

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